Ab Mitte der Neunziger entstanden in der Drum’n’Bass-Szene Dresdens immer mehr kurzlebige Off-Locations, die auch musikalisch ihrem düster-machinellen Ambiente in nichts nachstanden. In dieses mitunter zwielichtige Industriedickicht ist Carl Suspect tief eingetaucht. Nachdem er über Broken Beat und Warp Electronica zu Techno und vor allem zu den frühen Kanzleramt Releases kam, waren die Partys wegweisend für seine eigene Musikwahrnehmung. Er entdeckte, dass elektronische Musik nur dann wirklich intensiv ist, wenn sie ihren Urheber, Konventionen und Genregrenzen vergessen lässt. Solch eine Hörerfahrung mit den Mitteln der Tanzmusik zu schaffen, ist ihm beim Auflegen bis heute erstes Anliegen.
Bei Uncanny Valley ist er als einer der drei Geschäftsführer nicht nur für die alltägliche Arbeit, sondern darüber hinaus für die visuelle Präsentation des Labels verantwortlich. Dabei ist er stets bemüht, die Ursprungsidee von Uncanny Valley so gut es geht umzusetzen, nämlich ein Netzwerk zu schaffen, durch das sich Künstler unterschiedlicher Disziplinen gegenseitig inspirieren können, egal ob in Form eines Plattencovers, eines Flyers oder einer Videoarbeit.


