Beseelt von “Beat Street” und Monika Dietls’ Radiosendung SFBeat führte Tinys erster Weg nach der Maueröffnung direkt in die nächste WoM-Filiale, um sich die ersehnten Acid House-Platten zu kaufen. Von da an waren die Messen gelesen. Schon in den Neunzigern, als seine Heimatstadt Dresden mal Techno-Hochburg war, stand er an den Plattentellern. In Dresden aktiv ist er auch heute noch, unter anderem mit seiner “Down Low”-Clubnacht, bei der gute Menschen wie Rahaan oder Patrice Scott spielen. Zwischenzeitlich ist er von Chicago bis zur Panoramabar ziemlich herumgekommen und hat dabei mit Helden wie Moodyman, Theo Parrish oder Carl Craig gespielt, um nur einige zu nennen. Sein Repertoire umfasst dabei weit mehr als nur House und Techno. Tiny ist dank fast lebenslanger Plattensammel-Bessessenheit ein extrem vielseitiger DJ, der eine Electro-Party genauso gut befeuern kann wie einen Funk-Jam. Mit Vinyl, versteht sich. Seine eigenen Produktionen laufen gerade an. Dabei versucht der Synthesizerfetischist neue und traditionelle Produktionsmethoden zu verbinden. Erstes Zeugnis ist die Kollabo mit Langzeit-Buddy Traxx aus Chicago auf dessen 2009er Debutalbum.

