CLICK: [Interview auf Deutsch]

Hello Oliver, could you please introduce yourself to our readers?

Hello, my name is Oliver Hafenbauer. From Monday to Friday I work as the booker and musical curator for the club Robert Johnson in Offenbach. On weekends I travel around the world and play Techno and House. I also manage the label „Live At Robert Johnson“ and two years ago I started my own label „Die Orakel“.

What is the idea behind your mix?

With so much music available it takes me a lot of time till I finally pick the right tracks for a podcast. For this mix I wanted to pick only melodic tracks which I like to listen to at any time of the day. Once I finally pick the right tracks I try to arrange them into a meaningful order.

When and where did you start to DJ and how did that evolv over time?

I started DJing with mixtapes fifteen years ago. First on the radio and then at parties. I started with Dub and Reggae, then all kinds of styles like Funk, Breakdance and Electronica. In the first years I didn’t really beat match, I just sort of blend one song into another one. Classic style like on the radio.

Some time later my style got more electronic and more 4/4-oriented, and then mixing came along. My record buying behavior changed at that time. Back then I could only get the music from the record store. Today I also buy my records online, and digital music at Bandcamp and other web pages.

How do you see the development in culture in Frankfurt and Offenbach? Both cities are quite similar beacuse of proximity, but regarding nightlife and club culture they are actually quite different?

I don’t see any difference between the cities. Geographically Offenbach can also be suburb of Frankfurt, and Offenbach has always been more alternative. It seems to me that it lies more thought behind the projects arranged there. It’s cheaper to live in Offenbach and the society is more multicultural, which has it’s own charm. A lot of the young artists are choosing to live there because Offenbach is well connected with Frankfurt by public transport.

What’s your opinion on the new Techno-Museum by Talla 2XLC? Overdue idea? Good concept? Or needles historism?

Honestly I don’t know anything about the concept behind the museum, and I don’t know why the museum is needed. The „Institut für Klangforschung“ (institute for sound research) makes more sense to me because it’s connected to and works with the „Hochschule für Gestaltung“ in Offenbach. The institute supports young artists working with electronic music, offering them workshops, excursions and a professional studios. It works like a academy for classic music.

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Your label is named „Die Orakel“. The new record by Orson Wells is called X-Files 1. Do you have a fascination for the occult?

Definitely. I am fascinated by occult phenomenons. The X-Files series got it’s name from the folder where I store the files. I didn’t really know what to do with certain tracks from Orson Wells, Christopher Rau and Pablo Mateo, but I knew I wanted to release them. For Die Orakel they are a bit too straight – the typical Die Orakel sound isn’t so focused on the dance floor.

The artwork and feel of your label seems to be very stringent and has many cross references and links to art, literature and movies. The cover artwork for Die Orakel 03 is for example a scene from the science fiction movie „Thing To Come“, and refers to the belief in progress, future vision and dystopia. Who is responsible for the artwork and what is the concept behind that?

I am working with Michael Satter. He does a lot of work for Robert Johnson and he is my first choice. We’ve known and admired each other for many years now. I am a big fan of sci-fi, art and pseudo-esoteric-books. I’ve been collecting these kinds of books for a long time and my private archive is growing. When I’ve decided on the pictures I wanna use, Michael puts them together. Working with him is really easy because we know each other so well.

You became a father quite recently. Did your relationship to your work change in any way? How do you manage the amount of time you have now?

Maybe I’ve got less time now, but time also feels more intense. During the week when I’m home I usually carry my little son in my arms and play Techno for him. We dance and have fun together. My passion for my job didn’t changed at all. I’m lucky that my girlfriend is understanding and keeps my back clear on the weekends; It’s even greater now to come back after joyful weekend.

Deutsche Version

Hallo Oliver, könntest du dich unseren Lesern bitte vorstellen?

Hallo, mein Name ist Oliver Hafenbauer und ich arbeite unter der Woche als Booker bzw. Musical Curator für das Robert Johnson in Offenbach. Am Wochenende reise ich um die Welt und spiele Techno und House. Ich betreue noch das Label “Live At Robert Johnson” und habe vor zwei Jahren mein eigenes Label “Die Orakel” in die Welt gerufen.

Was ist die Idee hinter deinem Mix und wie bist du herangegangen?

Bei der Fülle an Musik brauche ich immer sehr lange bis ich endgültig Stücke für einen Podcast ausgewählt habe. Für diesen Mix wollte ich grundsätzlich nur melodiöse Stücke nehmen, die ich zu jeder Tageszeit hören möchte. Einmal die finale Tracklist ausgewählt, versuche ich die Stücke in eine halbwegs sinnvolle Reihenfolge zu bringen.

Wann und wo hast du mit djing angefangen und wie hat sich das von damals bis heute für dich verändert?

Angefangen aufzulegen habe ich vor circa 15 Jahren mit Mixkassetten, danach im Radio und auf Parties. Begonnen hat alles mit Dub und Reggae, darauf folgten alle möglichen musikalischen Phasen mit Funk, Breakdance Sachen und Electronica. Gemixt habe ich in den ersten Jahren nicht, eher Platten aneinander gereiht bzw. überblendet. So ganz klassisch radiomäßig. Später wurde es dann viel elektronischer und mehr 4/4, dann kam irgendwann das Mixen dazu. Was sich geändert hat, ist mein Kaufverhalten.
Früher noch waren Platten, egal ob neu oder alt nur im Plattenladen erhältlich, heute bediene ich mich aller Möglichkeiten, ich kaufe Vinyl im Plattenladen, sowie online und natürlich digital bei diversen Shops und Bandcamp.

Wie siehst du die Entwicklung in Frankfurt/Offenbach? Beide Städte werden ja gerne mal in einen Topf geworfen aufgrund der räumlichen Nähe, funktionieren bezüglich Nachtleben und Clubkultur aber eigentlich ganz anders, oder?

Grundsätzlich sehe ich da keinen Unterschied zwischen Offenbach und Frankfurt. Rein geografisch könnte Offenbach auch ein Stadtteil von Frankfurt sein. Offenbach war aber schon immer etwas alternativer als Frankfurt und ich finde die Projekte haben dort mehr Tiefgang. In Offenbach ist es noch recht günstig zu leben und multikulturell vielschichtig, was gerade seinen Charme ausmacht. Viele der jungen Künstler leben dort, denn auch die Anbindung an Frankfurt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut.

Wie stehst du zu dem Techno-Museum von Talla 2XLC. Überfällige Idee? Gutes Konzept? Oder überflüssiger Historismus?

Ehrlich gesagt habe ich überhaupt keine Ahnung von dem Konzept des Museums. Ich bin mir auch nicht sicher wofür genau das Museum gebraucht wird? Sinnvoller finde ich die Idee des „Institut für Klangforschung“, das in engem Kontakt mit der Hochschule für Gestaltung in Offenbach zusammenarbeitet. Das Institut fördert junge Künstler der elektronischen Musik mit Workshops, Exkursionen und einem professionellen Studio. Das Ganze funktioniert ähnlich wie ein Konversatorium für klassische Musik.

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Dein Label heißt „Die Orakel“. Die neue Platte von Orson Wells heißt X-Files1. Kann man da eine gewisse Vorliebe für das Mystische herauslesen?

Definitv. Ich bin fasziniert von okkulten Phänomenen. Die X-Files Serie hat aber seinen Namen daher, dass ich nicht genau wusste, was ich mit einigen Stücken  von Orson Wells, Christopher Rau und Pablo Mateo, die ich unbedingt veröffentlichen wollte, machen sollte. Für Die Orakel waren sie etwas zu straight – der typische Orakel Sound ist nicht so sehr auf den Dancefloor fokussiert. Ich hatte die Stücke im Ordner X-Files abgespeichert, daher dann auch der Name der Reihe.

Das Auftreten und die Artworks von Die Orakel ist sehr stringent und trägt viele Querverweise und Bezüge zu Kunst, Literatur und Film mit sich. Das Cover von Die Orakel 03 zeigt beispielsweise eine Szene aus dem Science Fiction Film “Things To Come” und verweist damit auf Fortschrittsglauben, Zukunftsvisionen und Dystopien. Wer ist für die Cover verantwortlich und welches Konzept verfolgt ihr?

Für die Cover arbeite ich mit Michael Satter zusammen. Er macht viele Sachen für das Robert Johnson und ist mein Designer erster Wahl. Wir kennen und mögen uns schon viele Jahre und  arbeiten seither als Team. Das Konzept der Coverserien, sowie die Bilder stelle ich zusammen, ich bin ein großer Fan von alten Scienc-Fiction-, Kunst- und Pseudo-Esoterik-Büchern. Ich sammle die Bücher schon lange und habe mittlerweile ein ganz gutes Archiv, auf das ich zurückgreifen kann. Dieses Archiv wird dann für jeden Release durchforstet, da finde ich eigentlich immer geeignete Images für die Cover. Wenn die Bilder feststehen bringt Michael das ganze dann in eine professionelle Form. Das Arbeiten mit ihm ist wirklich easy, wir sind da genau auf einer Wellenlänge.

Du bist seit kurzem stolzer Vater. Hat sich dadurch schon etwas in der Beziehung zu deinem Beruf bzw. deiner Leidenschaft geändert oder anders gefragt: wie gehst du mit der knapper werdenden Zeit um?

Die Zeit wird vielleicht knapper, aber auch umso intensiver. Wenn ich unter der Woche nach Hause komme nehme ich meinen kleinen Sohn auf den Arm und spiele ihm ein bißchen Techno vor. Wir tanzen und freuen uns. An meiner Leidenschaft zu meinem Beruf hat sich nichts geändert, zum Glück ist meine Partnerin da verständnisvoll und hält mir an den Wochenenden den Rücken frei. Es ist vielmehr so, dass ich mich nach einem tollen Musikwochenende jetzt umsomehr auf mein Zuhause freue also zuvor.

Tracklist
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