Die aktuelle Ausgabe des Uncanny Podcast besucht den Berliner Produzenten Sascha Funke der seit seiner Jugend dem dem Ruf der elektronischen Musik folgt. Er hat die vielen Veränderung der Club Musik und Szene miterlebt und unzählige EPs und Alben auf verschiedenen Labels veröffentlicht.

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Wo hast du den Mix aufgenommen und wie verbringst du hauptsächlich deine Zeit an diesem Ort?

Ich habe den Mix in meinem Studio aufgenommen. Allerdings nicht “live” gemixt, sondern in Ableton editiert. Da ich das Studio zusammen mit meiner Frau Julienne aka Fantastic Twins teile, produzieren wir hauptsächlich mit Kopfhörern, um uns nicht gegenseitig zu stören. Mittlerweile finde ich es auch viel angenehmer mit Kopfhörern zu musizieren.

Welcher Einfluss hat dieser Raum oder dieser Ort für Dich, zum Beispiel wenn du nach neuer Musik forschst oder produzierst?

Der Raum ist freundlich und relativ groß und ziemlich hoch. Akustisch nicht gerade ideal, aber da ich ja fast immer Kopfhörer aufhabe stört das nicht so sehr. Es gibt ein großes Fenster mit Blick auf einen Park. Im Vergleich zu anderen Studios in meinem Leben, definitiv der schönste Raum. Ich habe den Eindruck, dass die Umgebung auf jeden Fall einen positiven Effekt auf meine Musik hat. Außerdem ist es ein gutes und produktives Gefühl, dass man nicht alleine die Zeit im Studio verbringt. Man spornt sich gegenseitig an und lebt im ständigen Austausch von Gedanken und es macht Spaß über Musikequipment zu philosophieren.

Sascha Funke Studio

Welche Pflanzen hast du an diesem Ort und welchen Einfluss hat das Grün auf deine Arbeitsweise? Wie fühlt sich eine Umarmung aus Holz eigentlich an?

Im Studio gibts keine Pflanzen, der Park schenkt uns genug grün. Aber auf dem Balkon um so mehr. Dieses Jahr sogar zum ersten mal Tomaten. Wie sich eine Umarmung aus Holz anfühlt müsst ihr Niklas fragen, der hat den Titelnamen erfunden. Kommt vermutlich ganz auf den Baum an 😉

Deine Erste Single “Campus” auf Kompakt kam 1999 heraus. Du hast in den letzten 20 Jahren viele Trends in der Kunst, Musik und Mode (in der Clubwelt) kommen und gehen sehen. Welchen Einfluss hat das auf dich gehabt und wie bist du damit umgegangen? Gibt es zB Dinge die erst gehypt waren und die dann aber keinen Bestand hatten? Uns interessiert, wie – rückblickend auf deine lange Karriere – du mit Trends als Künstler umgehst. Reflektierst du das, nimmst du es in deine Arbeit mit auf oder streift es dich nur etwas?

Ich würde auf jeden Fall zustimmen, dass mich bestimmte Trends in meiner Art zu produzieren beeinflußt haben. Es ist irgendwie unvermeidbar und auch notwendig. Aber ich könnte jetzt auch nicht ein astreines EBM Stück produzieren weil es gerade hype ist. Es sind bei mir immer nur kleine Nuancen und Stimmungen die den Produktionsstil beeinflußen. Es hätte mich auch gelangweilt 20 Jahre stilistisch immer in die selbe Richtung zu gehen. Jetzt im Moment sind ja die Neunziger sehr angesagt und das ist das erste Revival in dem ich mich selbst wieder finde. Ich spiele jetzt die Musik in DJ Sets die ich 1992 als junger Raver im Bunker oder Walfisch in Berlin gehört habe und die jungen Clubgänger finden das heute, fast 30 Jahre später genau so gut wie ich damals.

Gab es Zeitpunkte in deiner Kariere als du darüber nachgedacht hast aufzuhören und was hat deine Entscheidung beeinflusst?

Das nicht, aber die Geburt meines Sohnes war schon ein einschneidender Moment, wo die Musik für einen langen Zeitraum zweitrangig wurde. Um so größer war danach aber auch wieder das Verlangen von Neuem zu starten. Man merkt dann irgendwann, dass man doch immer nur Musik machen will und keinen anderen Job ausüben möchte.

Sascha Funke Studio

Nachdem du eng mit Kompakt und BPItch in der Vergangenheit verbunden warst, sind die wahrgenommenen Verknüpfen nun viel loser/ offener. Ist das befreiend? Welche positiven Effekte haben solche offenen Verbindungen?

Mit Bpitch habe ich schon seit meinem Weggang 2012 keinen Kontakt mehr. Mit Kompakt bin ich nach wie vor eng verbunden. Ich bin in deren Künstleragentur und es gibt viele Mitarbeiter mit denen ich weiterhin gut befreundet bin. Mittlerweile release ich ja auf unterschiedlichen Labels entsprechend der Stilrichtung der jeweiligen Platten. Das hat auf jeden Fall auch einen befreienden Einfluss auf meine Art zu Produzieren. Die nächsten zwei EP’s kommen übrigens auf Permanent Vacation raus und werden Genex 1 und Genex 2 heißen.

Nach “Wismut” mit Niklas Wandt, welchen Weg wirst du in Zukunft mit Krautrock und Cosmic noch gehen?

Niklas und ich werden jetzt im Herbst wieder viel Zeit im Studio verbringen und eine neue Platte aufnehmen. Er ist ein begnadeter Musiker und Sänger und ich bin sehr froh mit ihm dieses Projekt gestartet zu haben. Es ist überraschend wie schnell wir uns sowohl menschlich, als auch im Studio verstanden haben. Wir kannten uns ja vorher nicht und haben durch eine Empfehlung von Dreems (Multi Culti Labelboss) zueinander gefunden.

Gibt es noch andere Dinge die du gern sagen möchtest?

Ich bin ein großer Fan von eurem Label. Macht weiter so!